Laufender Prozess statt Verschlimmbesserung

 

Ein echter Dauerbrenner in der politischen Diskussion Zülpichs sind die mühsamen Versuche zur Erhebung von Parkgebühren. Der Grund für die Dauerdiskussion liegt beileibe nicht nur bei der Opposition, auch wenn diese zwangsläufig auf die zahlreichen Steilvorlagen reagieren muss.

 

 

In den letzten Monaten haben zahlreiche Bürgerbeschwerden zu Änderungen im System geführt. Nun hat die Verwaltung via Presse und folgend im Stadtentwicklungsausschuss einen neuen Akzent gesetzt: Der Parkplatz am Kölntor soll künftig wieder gebührenfrei und stattdessen mit einer Parkscheibenregelung belegt werden. Ganze drei Stunden beträgt die Höchstparkdauer. Die Verwaltung reagiert damit auf mickrige Einnahmen an diesem Standort und auf den Unmut der Geschäftswelt sowie von Anwohnern der von-Lutzenberger-Straße, die das ausweichende Parken zu verkraften haben.

 

Sensibel reagiert man auf Seiten der Gebührenbefürworter mittlerweile auf die Sinnfrage angesichts der Dauerdiskussionen und Probleme allenthalben. Die Parkgebühren seien ein „Laufender Prozess“ und von Anfang an sei klar gewesen, dass diese fortlaufend überprüft und den Gegebenheiten angepasst werden müssten.

 

Wir fragen uns an dieser Stelle, was wir schlimmer finden müssen: Dass man den kritischen Beobachter und die Zülpicher Bürger damit an der Nase herumführt, oder dass man tatsächlich in vollem Bewusstsein einen derartigen Bürokratismus für wenig Ertrag in Kauf genommen hat. Letzteres halten wir eigentlich für sehr unwahrscheinlich, da die Verwaltung in allen anderen Fragen peinlich genau darauf achtet, möglichst nur ihre Kernaufgaben selbst zu erledigen und alles Aufwändige zu privatisieren.

 

Wir werden uns jedenfalls in den „laufenden Prozess“ weiter einschalten.