Schuldiskussion: Alle hatten Recht

 

Der Bürgerentscheid hat im vergangenen Jahr das dreigliedrige Schulsystem in Zülpich bestätigt und vorerst ein klares Nein zur Gesamtschule ergeben. Dem ging eine sehr kontroverse Diskussion voraus, in der Eltern, Schulleiter und Politiker zahlreiche Thesen aufgestellt haben.

 

Die Zahlen für das Schuljahr 2016/17 geben dabei fast allen Diskussionsteilnehmern Recht.
 

  1. Die Realschule ist eine (mehr denn je) gefragte Schule, die in diesem Jahr 105 statt 79 Schulneulinge begrüßen wird.

  2. Die Hauptschule verfehlt bereits in diesem Jahr die im Schulgesetz vorgesehene Mindestanzahl von 2 Eingangsklassen, da lediglich 26 Anmeldungen vorliegen. Hier ist die Inanspruchnahme einer Ausnahmeregelung erforderlich, die in unserem Fall jedoch greifen wird.

  3. Das Gymnasium stabilisiert sich mit einem Zuwachs von 10 Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr.

  4. Die Kritik der Gesamtschul-Befürworter, dass unsere Schulpolitik eher die Interessen des Kreises Düren als die der eigenen Bevölkerung abdeckt, wird durch die Zahlen weiter bestätigt. Die Tendenz zu mehr Einpendlern aus Düren und Erftstadt und das weitere Sinken des Anteils Zülpicher Schüler ist eindeutig erkennbar.

  5. Die Befürchtung, dass durch die Gründungen neuer Gesamtschulen in Euskirchen und Mechernich weitere Zülpicher Schüler auspendeln, hat sich ebenfalls bestätigt. 36 Kinder pendeln ab dem Sommer zu den Gesamtschulstandorten, davon 20 Schüler nach Mechernich und Euskirchen und 16 Schüler zur Gesamtschule Weilerswist, die bereits länger am Netz ist. Somit verlieren wir mittlerweile deutlich mehr als eine gesamte Klassenstärke an die Gesamtschulen.

  6. Weiterhin schmerzhaft ist der Verlust von 17 Gymnasiasten an die Euskirchener Gymnasien. Dieser Verlust ist breit gestreut und beschränkt sich nicht nur auf weiter entfernte Außenorte. Die Stichworte Ganztagsbetreuung und Oberstufenkurse bleiben damit aktuell.

  7. Allgemein setzt sich der Trend zu mehr Ganztagsbedarf an unseren Grundschulen fort. Die Chlodwigschule wird im kommenden Schuljahr rund 120 OGS-Kinder und mindestens weitere 60 Kinder in der 8-13 Betreuung haben. Für diesen weiter wachsenden Bedarf (auch an anderen Grundschulen) müssen wir auch bei unseren weiterführenden Schulen bald eine Antwort finden, um nicht noch mehr Kinder an andere Kommunen zu verlieren.

 

Es bleibt also weiterhin viel zu tun, um den Bürgerwillen mit der Realität in Einklang zu bringen.